vhs.Akademie: Europäische Kulturgeschichte:
Spätantike und frühes Mittelalter
Geschichte (8.10.): Die Unterwerfung der Alamannen unter die Herrschaft der Franken
Was blieb und was veränderte sich in unserer Region durch die Einverleibung des Alamannischen ins expandierende Fränkische Reich König Chlodwigs um 500 n. Chr.? Was unterscheidet "Alamannen" von "Schwaben"?
Geschichte (15.10.): Friesen und Wikinger - Früher Handel im Nordmeer
Dass die Wikinger im Frühen Mittelalter nicht nur plünderten, sondern zahlreiche Länder oder Schifffahrtstrecken erkundigten und für den Handel erschlossen, dürfte geläufig sein. Doch was wissen wir über die frühmittelalterlichen Friesen? Welcher Raum wurde damals als "Großfriesland" bezeichnet und wer war der sagenumwobene König Radbod?
Literatur (05.11.): Die Getica des Jordanes - über den mythologisch verklärten Ursprung eines Volkes
Die von Jordanes um 551/52 verfasste Geschichte der Goten ist bis heute eine wichtige Quelle zur Geschichte des sagenumwobenen völkerwanderungszeitlichen germanischen "Stammes". Inhaltlich wird heute vor allem die geschilderte Frühzeit - beispielsweise seine skandinavische Urheimat - stark angezweifelt und man betrachtet so manches des Geschilderten eher als Wunschgedanken, der sich an literarischen Topoi orientiert als an dem Wunsch Klarheit in die Vergangenheit zu bringen.
Literatur (12.11.): Die Nibelungen - Wer war Dietrich von Bern?
Wo sind die historischen Wurzeln des bedeutendsten hochmittelalterlichen Heldenepos zu suchen? Kann der am Übergang vom 5. zum 6. Jahrhundert über Italien herrschende Ostgotenkönig Theoderich tatsächlich als wichtigstes historisches Vorbild der Figur Dietrichs von Bern gelten?
Frank Merkle
Philosophie (19.11. und 10.12.)
Die religions- und geistesgeschichtliche Zeitenwende zwischen Antike und Mittelalter war das Jahr 529: die Platonische Akademie in Athen wurde geschlossen und das erste Kloster in Montecassino eröffnet. Der erste große Philosoph des neuen Zeitalters war Augustinus, der als heidnischer Rhetor seine Karriere begann, als christlicher Bischof von Hippo Regius starb und schließlich als Heiliger verehrt wurde.
Philosophisch interessant ist diese Übergangsepoche, weil hier die beiden Strömungen des Abendlandes – Christentum und griechisch-lateinisches Altertum – ihre Wurzeln hatten, die bis heute von nicht zu unterschätzender Bedeutung sind.
Dr. Peter Lucke
Kunstgeschichte (26.11.): Die Bilderwelt der Katakomben Roms
In den römischen Katakomben haben sich die frühesten Bilder mit christlichen und biblischen Themen erhalten. Die Entwicklung einer eigenen Bildersprache lässt sich besonders gut in den unterirdischen Friedhöfen Roms ablesen. Ob Priscilla-Katakombe, Calixtus-Katakombe oder Domitilla-Katakombe, die Malereien aus dem 3. und 4. Jahrhundert erzählen von dem Glauben, der Hoffnung und dem Alltag früher Christen im Umfeld des römischen Reichs.
Dr. Martina Kitzing-Bretz
Kunstgeschichte (3.12.): Mosaiken in Ravenna
Der Übergang von der Spätantike und dem Frühen Christentum zur Byzantinischen Kunst verläuft fließend. Im Zentrum Konstantinopel setzte mit dem Regierungsantritt Kaisers Justinian im Jahr 527 n. Chr. die frühbyzantinische Zeit ein. Nachdem das von dem Ostgotenkönig Theoderich dem Großen besetzte Italien mitsamt Ravenna von Kaiser Justinian zurückerobert worden war, ließ er in der Residenzstadt bedeutende Bauten errichten und mit weltberühmter Mosaikkunst ausstatten.
Dr. Martina Kitzing-Bretz
Musik (14.1. und 21.1.)
Für den Lauf der Musikgeschichte stellt der Neuplatonismus Plotins (205-270 n.C.) eine Art Brücke zum Mittelalter dar. Wiewohl das neuplatonische Denken noch der Welt der Antike angehört, war es dennoch von der Art, daß das Christentum es für sich zu verwenden wusste. Zwei bedeutende Persönlichkeiten der Zeit stehen im Fokus der Betrachtung über die Musik des spätrömischen Reiches:
Der Kirchenvater Augustinus (354 - 430): er verfasste das wichtige Werk „De musica“ in der er die Bedeutung und die Funktion der Musik in der geistlichen und geistigen Welt reflektiert. Musik als in der Zeit verlaufende Kunst ist für ihn das Paradigma der menschlichen Existenz als Sein in der Zeit, in welcher der Mensch Zeit gestaltet und sich seine Kreativität recht eigentlich ausdrückt.
Daneben wurde der Philosoph, Theologe und Staatsmann Anicius Manlius Severinus Boethius (480 - 524) zum wichtigsten Vermittler der griechischen Musiktheorie an die lateinischsprachige Welt des Mittelalters bis ins 12. Jahrhundert. Seine umfangreiche Schrift „De institutione musica“ (Einführung in die Musik) greift ebenfalls auf griechische Quellen zurück und fasst sie zu einer Musiktheorie, die weit über das Mittelalter hinaus Bedeutung hatte.
Dr. Matthias Schwarzer
Status:
Kursnr.: A201A121
Beginn: Do., 08.10.2026, 09:30 - 12:00 Uhr
Dauer: 10
Kursort: vhs, Deutschhof, Raum 401/Atelier
Gebühr: 135,00 €
Kirchbrunnenstr. 12
74072 Heilbronn
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